Der Weg zur Ruine

In einer sehr abgelegenen Gegend westlich von Treuchtlingen liegt eine alte Klosterruine auf dem dicht bewaldeten Uhlberg. Das Gebiet um den Uhlberg zählt mit Sicherheit zu den abgelegensten Gebieten Deutschlands. Auf oder gar über den Uhlberg hin führen keinerlei öffentliche Straßen. Die beste Möglichkeit mit dem Auto möglichst nahe an die Klosterruine zu kommen ist von Treuchtlingen aus über die Straße St2216 in Richtung Auernheim zu fahren und dann kurz vor Auernheim nach dem Sägewerk links abzubiegen. Danach biegt man in die zweite rechts abgehende Straße ein und fährt durch den kleinen Weiler „Siebeneichhöfe“ bis zum Beginn des Waldes. Vorsicht: Die Straße wird nach dem Weiler zur Schotterstraße. Außerdem ist dieser Weg nicht geeignet, wenn man mit dem Motorrad oder einem anderen offenen Fahrzeug kommt, denn im sehr entlegenen Weiler „Siebeneichhöfe“ gibt es mehrere frei laufende Hunde! Am Waldrand angekommen wandert man den Berg hinauf bis man auf eine Schotterstraße trifft. Dort biegt man links ab und an einer Einmündung in eine andere Schotterstraße biegt man rechts ab und folgt dieser bis man rechts im Wald die Ruine sieht. Nimmt man am unten am Waldrand den Weg, der direkt am Beginn des Waldes den Berg hinauf führt, sollte es bei der Einmündung in die erste Schotterstraße etwa gegenüber einen weiteren Weg geben, der direkt zur Klosterruine führen sollte. Ich empfehle aber dringend, sich vorher eine Karte mit den dortigen Wegen zu besorgen, z.B. einen Ausdruck des hybriden Luftbildes von Google-Maps, und darin die Lage der Ruine zu markieren. Die genaue Lage der Ruine gibt auch der Kartenausschnitt am Ende dieses Artikels an. Beschilderte Wanderwege gibt es dort nicht! Ebenso ist mit allen vier Mobilfunknetzen auf einem Großteil des Weges so gut wie kein Empfang vorhanden! Auf die Navigation oder Ortung mittels Smartphones und Google-Maps kann man sich also nicht verlassen!

 

Die Klosterruine

Ab etwa dem 11. oder 12. Jahrhuntert soll es auf dem Uhlberg ein kleines Benediktinerinnen-Kloster gegeben haben. Dort war eine besondere Madonnenfigur, die Mondsichel-Madonna, aufgestellt, wodurch der Uhlberg bald zum Wahlfahrtsort wurde. Auf Geheiß des Papstes soll im Jahr 1466 dort eben jene Kirche gebaut worden sein, deren Überreste man heute dort noch gut sichtbar findet. Bereits 1525 wurde die Kirche aber entweiht und im begonnenen großen Bauernkrieg zerstört, was sie bis heute bleib. Auch die Mondsichel-Madonna war seitdem Jahrhunderte lang verschwunden. Angeblich soll diese noch einige Zeit lang in einem Gasthaus gestanden haben. Erst vor einigen Jahr ist sie wieder aufgetaucht: Sie stand im Schlafszimmer einer Bauersfamilie dieser Gegend und wurde in Diozesanmuseum nach Eichstätt gebracht.

Um die Ruine selbst, die auch als „Sankt Ulrichs-Kapelle“ bezeichnet wird ranken sich seither viele Legenden. Bereits im 18. Jahrhundert war die Ruine Treffpunkt einer pietistischen Sekte. Auch sonst ist die Ruine seit Jahrhunderten ein beliebtes Ziel von Mystikern. In den letzten Jahren wird diese schöne und ruhig gelegene Ruine aber vor allem in Vollmondnächsten und zu Halloween offenbar von Jugendlichen besucht, die dort satanische Rituale abhalten und die Ruine teilweise auch verschandeln.

 

Die Umgebung der Klosterruine

Etwas westlich von der Klosterruine gab es bis August 2012 ein altes Forsthaus. In diesem sollen sich im Jahr 1945 einige Nationalsozialisten war den Amerikanern versteckt gehalten haben, wobei sie aber letztendlich entdeckt wurden. Da leider auch dieses Forsthaus, das auf dem weitläufigen und abgelegenen Uhlberg der einzige Unterstand bei schlechtem Wetter war, von einigen Leuten zunehmend für Feiern missbraucht, verunstaltet und teilweise zerstört wurde, entschloss sich der Eigentümer, die Bayerischen Staatsforsten, nach der letzten größeren Zerstörung das Forsthaus abzureißen, was im August 2012 dann auch geschah.

In der Umgebung der Klosterruine sollen zudem weitere Überreste des ehemaligen Klosters noch im Boden verborgen sein.

Am Fuße des Uhlberg soll außerdem die legendäre Römerstadt Aureum gelegen haben. Tatsächlich sollen laut der Bayernviewer-Karte des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege im Norden des Uhlbergs die Spuren mehrerer Siedlungen aus der Römer-Zeit gefunden worden sein.

 

Weitere Informationen zur Klosterruine auf dem Uhlberg sind auf folgenden Websites zu finden:

www.mysteryhunter.de/sagen_legenden/uhlberg.htm

www.allmystery.de/themen/ue25713

 

 

Lage der Klosterruine auf dem Uhlberg:

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