Das Walberla ist ein etwa 513 Meter hoher Berg in der Fränkischen Schweiz südlich von Kirchehrenbach. Im Volksmund wird oft die komplette Erhebung „Ehrebürg“ als Walberla bezeichnet. Walberla-023Genau genommen ist mit Walberla aber nur die Nordkuppe gemeint, während die 532 Meter hohe Südkuppe „Rodenstein“ heißt. Vom Walberla aus hat man eine sehr gute Fernsicht bis ins Wiesenttal.

Seit etwa 5000 v. Chr. war das Walberla besiedelt. Die Bodenbeschaffenheit zeugt davon, dass dort auch Ackerbau betrieben wurde. Etwa im 5. Jahrhundert v. Chr. diente die Ehrenbürg als Machtzentrum für die gesamte Region. Aus dieser Zeit stammt auch die Ringwallanlage, die den gesamten Berg umgibt. Neben Funden aus der Bronzezeit um etwa 1000 v. Chr. wurden auch Befestigungsanlagen der Kelten von etwa 500 v. Chr. auf dem Bergmassiv gefunden.

An diesem Tafelberg gibt es auch einige als Geotope ausgewiesenene Felsformationen wie z.B. am Westhang des Walberla die „Steinerne Frau“ und 100 Meter südlich davon die „Wiesenthauer Nadel“ sowie am Ostrand des Walberla die vom Berge bereits vollständig getrennten „Zwillingsfelsen“. Da auf dem größtenteils mit Trockenrasen bedecktem Bergrücken auch seltene Pflanzen wie z.B. Orchideen vorkommen, wurden die Hochlagen der Ehrenbürg 1987 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Das Walberla war aber nicht nur eine Siedlungsstätte mit hervorragender Fernsicht, welche ideal als Machtzentrum geeignet war. Über die Jahrtausende hinweg wurde das Walberla auch immer wieder als Kultstätte genutzt. So kann dort sowohl eine keltische Kultstätte als auch ein germanisches Heiligtum nachgewiesen werden. Mindestens seit dem 9. Jahrhundert lassen sich Walfahrten zu einen heidnischen Opferfest zu Ehren des Gottes Wodan auf dem Walberla belegen. Dieses Fest fand zum Beginn des Monat Mai und damit in zeitlicher Nähe zum heidnischen Beltane-Fest statt.

Mit dem Bau der Walpurgis-Kapelle im Jahre 1697 nahm das Christentum die Jahrtausende alte Kultstätte in Besitz. Ein Vorläufer der heutigen Kapelle wird allerdings bereits um etwa  1350 erwähnt. Angeblich liesen die christlichen Missionare die alten heidnischen Kultstätten zertören, damit die Menschen ihre alten Riten dort nicht mehr durchführen konnten. An diesen Orten liesen sie dann christliche Kapellen errichten. Einer Sage nach sollte auf dem Walberla die heilige Walburga diese Aufgabe übernehmen, was sie aber nicht schaffte und dann die auf dem Walberla lebenden Hexen um Hilfe bat. Als Gegenleistung erhielten die Hexen die Zusage, dass sie sich weiterhin in der Nacht zum 1. Mai, der Walpurgisnacht, auf dem Walberla zum Hexentanz treffen dürfen.

Auch heute noch wird am ersten Mai-Wochenende auf dem Walberla das Walberla-Fest gefeiert, welches als das älteste Frühlingsfest Deutschlands gilt. Und noch immer gilt diese alte Kultstätte vielen Menschen als Kraftort.

 

Weitere Informationen zum Walberla findet man auf folgenden Websites:

www.walberla.de

de.wikipedia.org/wiki/Ehrenb%C3%BCrg

www.kraftort.org/Deutschland/Bayern/Walberla/walberla.html

www.bayern-blogger.de/tanzende-hexen-auf-dem-walberla-in-oberfranken-16783/

 

 

 

 

Lage der Walberla:

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